logo

Aktuelles

Folgen Sie uns auf Twitter und erhalten Sie alle aktuellen Informationen direkt auf Ihr Smartphone.




Meisterqualifizierung im Elektrohandwerk mit neuem Konzept

In der beruflichen Praxis sehen sich die Elektrotechniker insbesondere auf dem Gebiet der Gebäudeautomation mit immer anspruchvolleren Aufgaben konfrontiert. Diesen Herausforderungen trägt die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) mit einem neuen Schulungskonzept in der Meisterqualifizierung der Elektrotechniker Rechnung, indem sie das Thema „Gebäudetechnik“ zum Qualifizierungsschwerpunkt erhoben hat.

 

So lernen die Meisterschüler neben der KNX-Parametrierung in der ETS5 auch die Programmierung des I/O-Systems 750 von Wago kennen. Hierbei handelt es sich um eine freiprogrammierbare Steuerung, die es ermöglicht, diverse Bussysteme unter einem System zusammenführen, darunter KNX, Enocean, DALI usw. Mit dem I/O-System 750 steht auch die IP-Technologie als leistungsfähiges Übertragungsmedium für KNX-Projekte zur Verfügung, inkl. Schnittstellen ins Internet oder zu mobilen Anwendungen.

 

Im Meisterprüfungsprojekt wird als aktueller Standard der Gebäudeautomation das KNX-System mit den logischen Funktionen einer SPS-Steuerung verbunden. Daraus ergeben sich Aufgabenstellungen in Bezug auf eine KNX-Anlage, eine eigenständige SPS-Funktion oder eine Verknüpfung beider Systeme.

 

Die praktische Übung besteht aus dem Aufbau eines Schaltschrankes inklusive der I/O-Steuerung sowie den entsprechenden Schaltgeräten. Außerhalb des Schaltschrankes befindet sich eine Montagewand, an welcher sich die Befehls- und Meldegeräte sowie die KNX-Feldgeräte befinden. Die Prüflinge erstellen im ersten Schritt die Verdrahtung des Schaltschrankes sowie die Installation an der Montagewand. Im Anschluss daran nehmen sie die Anlage in Betrieb. Hierbei wird die Wago-Steuerung mit der Codesys-Entwicklungsumgebung nach IEC 61131 programmiert. Die KNX-Geräte müssen mit der ETS5 parametriert werden. Die besondere Herausforderung liegt in der Konfiguration der Steuerung sowie in der Verknüpfung der beiden Software-Systeme.

 

Im Rahmen der fachpraktischen Prüfung gab es bisher zum Thema Gebäudeautomation verschiedene Aufgabenstellungen. So mussten die Teilnehmer beispielsweise ein Wohnhaus automatisieren. Hierzu zählten u.a. auch die Ausstattung des Gebäudes mit einer schalt- und dimmbaren Beleuchtung sowie einer Beschattungssteuerung mit Jalousie bzw. Rollladen. Eine Motoransteuerung sowie eine u. a. als Temperaturüberwachung ausgeführte Analogwertverarbeitung wurden mit der SPS-Applikation gelöst. Ebenso sollten die Prüflinge eine Zentralsteuerung sowie zeitgesteuerte Befehle realisieren.

 

Zur Beobachtung und Steuerung der Anlage galt es mit der Codesys-Webvisualisierung eine ansprechende Visualisierungsoberfläche zu erstellen, welche sowohl lokal wie auch über Internet weltweit zu bedienen ist.

 

Den hier vorgestellten Inhalten zum Teil I der Meisterprüfung  - der Fachpraxis – geht die Vermittlung der fachtheoretischen Kenntnisse im Teil II voraus, wobei beide Teile mit einander verknüpft sind und sich ergänzen. Der Teil II umfasst die Themen Elektro-, Gebäude- und Sicherheitstechnik, Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung und Betriebsorganisation. Der Themenbereich Elektrotechnik vermittelt den angehenden Meistern fachspezifischen Kenntnisse, um Kundenanforderungen zu analysieren und gemäß diesen Anforderungen technische Lösungen unter Berücksichtigung von sicherheits- und gesundheitsrelevanten Vorsorgemaßnahmen zu finden und zu realisieren. Hierzu gehören u.a. Entwurf, Entwicklung und Berechnung von elektrischen und elektronischen Schaltungen, die computergestützte Erstellung von Schaltungsunterlagen sowie die Auswahl der entsprechenden Materialien. Im Fach Auftragsabwicklung erwerben die Meisterschüler alle notwendigen Kenntnisse, um einen Auftrag sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich durchführen zu können. Die Auswertung von Auftragsunterlagen, die damit einhergehende Planung von Material- Geräte- und Personaleinsatz, die Analyse von Genehmigungserfordernissen sowie  die Durchführung der Vor- und Nachkalkulation sind u.a. hier die Schwerpunkte. Nicht zuletzt steht auch das Thema Betriebsführung und

-organisation auf dem Stundenplan. Preiskalkulation, Berechnung der Stundenverrechnungssätze, Ermittlung betrieblicher Kennzahlen werden hier ebenso thematisiert wie die Planung der Geschäftsfeldentwicklung auf der Grundlage der technischen Neuerungen und der Gegebenheiten des Marktes. Darüber hinaus befassen sich die Teilnehmer/innen mit Personalentwicklungs- und –führungskonzepten, betrieblichem Qualitätsmanagement, Marketingmaßnahmen zur Kundengewinnung und Kundenpflege sowie den betrieblichen Einsatzmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationssystemen.

 

Die beiden fachübergreifenden Teile Wirtschaft und Recht sowie Berufs- und

Arbeitspädagogik werden zweimal jährlich sowohl in berufsbegleitender Form als auch in

Vollzeit angeboten. Während der Teil III Wirtschaft und Recht die betriebswirtschaftlichen,

kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse vermittelt, die notwendig sind, um ein

Unternehmen selbstständig zu führen, erwerben die angehenden Meister im Teil IV Berufs- und Arbeitspädagogik handlungsorientiert das erforderliche Wissen, um als Meister selbst

junge Menschen in Ihrem Handwerk ausbilden zu können.

 

Gefördert werden kann die Meisterausbildung über das sog. Meister-BAföG. Die

Antragstellung erfolgt bei den Ämtern für Ausbildungsförderung, die in den saarländischen

Landkreisen bei der Kreisverwaltung angesiedelt sind. Für den Stadtverband Saarbrücken

ist das Amt für Ausbildungsförderung, Passagestraße 2-4 in 66111 Saarbrücken zuständig.

Zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühr dient der Maßnahmebeitrag, der bis

zu 10.226 € betragen kann. Er gliedert sich in einen Zuschuss in Höhe von 30,5 % der

Gebühren. Die verbleibenden 69,5% können über ein zinsgünstiges Darlehen finanziert

werden. Das Meisterstück wird bis zur Hälfte der notwendigen Kosten, höchstens jedoch bis

zu 1.534 € als zinsgünstiges Darlehen gefördert.

 

Nach bestandener Meisterprüfung werden auf Antrag 25% des zu diesem Zeitpunkt noch

nicht fälligen Darlehens erlassen. Dem Antrag ist das Prüfungszeugnis und eine beglaubigte

Kopie des Prüfungszeugnisses beizufügen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist bei

Existenzgründungen ein Darlehenserlass bis zu 66% des Restdarlehens ebenfalls möglich.

Ausführliche Informationen zum Meister-BAföG bzw. zur Aufstiegsfortbildungsförderung

findet man unter www.meister-bafoeg.de. Detaillierte Informationen zur Meisterausbildung

und Meisterprüfung finden Interessentinnen und Interessenten im Internet unter www.hwk-saarland.de oder sie fordern die Broschüre an bei Karin Hussung, Telefon 0681 5809-131, E-Mail: k.hussung@hwk-saarland.de. Für technische Fragen steht Ihnen Herr Christoph Erdel unter 0681 5809-154 zur Verfügung. E-Mail: c.erdel@hwk-saarland.de

Bestandene Prüfung zur "Q-geprüften Fachkraft für Rauchwarnmelder"

Der Vollzeitlehrgang zur Meistervorbereitung im Elektrotechniker-Handwerk der Saarländischen Meister- und Technikerschule (SMTS) hat erfolgreich am Rauchwarnmelder-Seminar der Landes­innung Saarland der Elektrohandwerke teilgenommen. Alle 21 Teilnehmer haben hierbei die im An­schluss durchgeführte Prüfung zur sogenannten „Q-Geprüften Fachkraft für Rauchwarnmelder“ nach DIN 14676 bestanden.

Auf dem Gebiet der Rauchwarnmelder wurde im Jahr 2011 wegweisend für höhere Sicherheits­standards von Geräten das Qualitätsmerkmal „Q“ eingeführt. Im Herbst 2012 wurde die  novellierte Anwendungsnorm DIN 14676 veröffentlicht, die für die Projektierung, Installation und Instand­haltung eine „Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder“ vorsieht. Dank des zertifizierten Fach­wissens sorgen diese Fachkräfte für ein Höchstmaß an Sicherheit auf einer einheitlichen, normativen Grundlage.

Der Lehrgang wurde durchgeführt von unserem Dozenten und Landesfachbereichsleiter Elektro­technik der Landesinnung Saarland der Elektrohandwerke Herrn Hans-Josef Tonnellier, der zugleich zertifizierter Trainer zur Ausbildung von Q-Geprüften Fachkräften ist.

 

Markus Becker, Lehrgangsleiter

Bachelor-Studiengang Handwerksmanagement

Start zum Sommersemester 2015

Meister und staatlich geprüfte Techniker können seit dem Sommersemester 2015 auch den Bachelor-Studiengang „Handwerksmanagement“ belegen und damit eine weitere Qualifikation in moderner Unternehmensführung erhalten. Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang Handwerksmanagement steht auf Augenhöhe mit anderen akademischen Abschlüssen. Er ist eine sinnvolle Ergänzung zur bereits bestehenden Qualifizierung zum „Geprüften Betriebswirt (HWK)“. Auf diesen ersten Schritt zur Managementqualifizierung ist der Bachelor-Studiengang Handwerksmanagement die zweite Stufe zur Qualifikation in moderner Unternehmensführung. „Erfolgreiche Absolventen sind damit noch besser und zielgerichteter qualifiziert, Handwerksunternehmen zu führen“. Der Studiengang orientiert sich in inhaltlich-methodischer und organisatorischer Hinsicht streng an den besonderen Erfordernissen der Zielgruppe. Zugelassen zum Bachelor Studiengang Handwerksmanagement werden Meister/ innen, Techniker/innen, Geprüfte Betriebswirte/innen (HWK), Bewerber/innen mit allgemeiner Hochschulreife und Fachhochschulreife. Außerdem alle von der zuständigen Schulbehörde als gleichwertig anerkannte Schulabschlüsse und die fachgebundene Studienberechtigung für beruflich qualifizierte Bewerber/innen gemäß § 65 Absatz 2 Fachhochschulgesetz bzw. Qualifikationsverordnung der Universität. Über Struktur und Inhalte des Studiums zum Bachelor "Handwerksmanagement“ informiert die HWK-Weiterbildungsberaterin Elke Borowski:

Tel. 0681 5809-192

Email: e.borowsk@hwk-saarland.de.

Seminar
Kursrubrik